geschmacks

sachen

formen, normen, kaffeekanne

Eine

Ausstellung

im HfG-Archiv

Ulm

Das Studio HfG / HfG-Archiv Ulm zeigt seit Anfang Februar 2016 die Sonderausstellung Geschmackssachen – Formen, Normen, Kaffeekanne, die Designobjekte und Alltagsdinge aus drei unterschiedlichen Sammlungen zusammenführt. In sieben Ensembles aus rund 30 Objekten entstehen ungewohnte Ding-Konstellationen, die alternative Lesarten für die ehemalige Hochschule für Gestaltung Ulm und ihre Objekte anbieten. Die ausgestellten Objekte treten in den Ensembles miteinander in Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf die Design- und Alltagsgeschichte.

Wie entstehen Geschmacksnormen? Wie treffen wir alltägliche Geschmacksentscheidungen? Woher kommt unser „guter“ Geschmack? Die Ensembles werfen Fragen auf, die an der Selbstverständlichkeit unseres behaglichen Alltags rütteln. Aus ihrem gewohnten Kontext entnommen, entstehen spannungsreiche Verhältnisse zwischen den Dingen. Sie erschließen den Besuchern und Besucherinnen neue Horizonte zu Gegenwartskultur und Geschmacksbildung.

Studierende der Universität Tübingen und der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd konzipierten die Ausstellung in einem interdisziplinären Studienprojekt.

Das

Studienprojekt

Studierende der Universität Tübingen und der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd konzipierten die Ausstellung Geschmackssachen – Formen, Normen, Kaffeekanne, in einem interdisziplinären Studienprojekt. Von Oktober 2014 bis Februar 2016 erarbeiteten 19 Masterstudierende des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft die inhaltliche Ausstellungskonzeption. Über drei Semester entwickelten sie, unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Thiemeyer, Inhalte und Themen aus der Analyse und dem Vergleich der unterschiedlichen Objektbestände. Realisiert wurde das Konzept von Studierenden der HfG Schwäbisch-Gmünd unter der Leitung von Prof. Dr. Dagmar Rinker und Prof. Marc Guntow. Ab März 2015 entwickelte ein Seminar aus Bachelor- und Master-Studierenden der Hochschule ein erstes Gestaltungskonzept, das ab September 2015 von einer weiteren Gruppe Bachelor-Studierender konkretisiert und umgesetzt wurde. Ein dritte Gruppe Bachelor-Studierender entwarf unter der Leitung von Prof. Daniel Utz alle Begleitmedien der Ausstellung. Gemeinsam verhandelten alle Beteiligten die geplante Musealisierung von Dingwelten dreier sehr unterschiedlicher Sammlungen. Dr. Martin Mäntele, Leiter des HfG-Archivs Ulm, war von Beginn an am Projekt beteiligt und ermöglichte so die konkrete Konzeption, Planung und Realisierung der Ausstellung. Diese spartenübergreifende Partnerschaft stellt einen einzigartigen Austausch zweier Hochschulen in Baden-Württemberg dar. Das Projekt ermöglicht einen praxisnahen Dialog zwischen angehenden Kuratoren und Kuratorinnen sowie Ausstellungsgestaltern und Ausstellungsgestalterinnen.

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Drei

Sammlungen

im Dialog

Drei Sammlungen liegen dieser Ausstellung zugrunde: das Archiv der Alltagskulturen des Ludwig-Uhland-Instituts (LUI) für Empirische Kulturwissenschaft (EKW) Tübingen, das HfG-Archiv Ulm und die Sammlung des Gestalters Hans (Nick) Roericht. In einem dreisemestrigen Studienprojekt haben Studierende der Tübinger EKW gemeinsam mit Studierenden der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd diese drei Sammlungen nach Verbindungen durchsucht und daraus die Ausstellung gestaltet.

HfG-Archiv

Ulm

Die Stadt Ulm eröffnete 1989 das HfG-Archiv mit dem Ziel, die Bestände der ehemaligen Hochschule für Gestaltung zu sichern und ihre Geschichte zu dokumentieren. Die breit gefächerte Sammlung ist an das Ulmer Museum geknüpft. Sie soll die spezifische Ulmer Gestaltung dem kollektiven Gedächtnis erhalten. Dazu gehört ein großes Konvolut an Diplomarbeiten, Studienarbeiten in Form von Objekten, Grafiken und schriftlichen Dokumentationen. Zahlreiche Ausstellungstafeln und Fotografien, das Pressearchiv, die Bibliothek und verschiedene Medien aus der HfG-Zeit (1953-1968) sind ebenfalls erhalten. Einen weiteren Sammlungsschwerpunkt bilden umfangreiche Nachlässe von ehemaligen Lehrenden wie Otl Aicher, Walter Zeischegg oder Hans (Nick) Roericht.

www.hfg-archiv.ulm.de

Roericht-Archiv

Ulm

Auf Reisen und im Rahmen seiner Lehrtätigkeit in Berlin und den USA trug Hans (Nick) Roericht eine umfangreiche Sammlung zusammen. Sie entstand nicht aus der zielgerichteten Motivation eines Sammlers heraus, sondern zufällig: Gegenstände, die sich als neue und überraschende Entdeckung erwiesen, sammelten sich über 50 Jahre hinweg bei Roericht zu Hause und im Büro an. Neben Büchern machen Alltagsgegenstände, Naturobjekte und skurrile Fundstücke diese Sammlung aus. Von ihnen ließ er sich als Gestalter anregen, sie setzte er in seiner Lehre in Berlin ein. Die insgesamt 60 Kubikmeter Designgeschichte, heute in Kunststoffboxen verwahrt, gehören seit 2014 zum HfG-Archiv.

www.roericht.de

Archiv

der Alltags-

kulturen

Tübingen

Das Archiv der Alltagskulturen umfasst die ganz unterschiedlichen Sammlungen des Tübinger Ludwig-Uhland-Instituts, die teilweise bis in die 1930er Jahre zurückreichen. Es enthält regionale Alltagsdinge, politische Abzeichen, Zeugnisse, Bücher und Massenpresse, Kleidung, Masken und Wandschmuck, Ansichtskarten und Reklamebilder, Spielzeug und Filme, Fotos und Alben, autobiographische Texte und Akten, aber auch Diaprojektoren, Computer und Institutsmobiliar. Hinzu kommen Fotoarchiv, Diathek, Zeitungsarchiv, Erzählarchiv und das Archiv der ehemaligen Ausstellungs- und Studienprojekte. Die Sammlungen spiegeln die Wandlungen des Fachs wider: Seit dem Ende der 1960er Jahre wurde der Sammelkanon der traditionellen Volkskunde wie etwa Trachten gezielt um Produkte der Massenkultur ergänzt und durch die Perspektive auf den Alltag erweitert. Das Archiv dient heute vor allem der Lehre am Institut.

www.lui-tuebingen.de

Info

05.Februar – 08.Mai 2016

Öffnungszeiten

Di – So 11 – 17 Uhr,

Do 11 – 20 Uhr

Mo geschlossen

Ostermontag, Maifeiertag

11 – 17 Uhr

Faschingsdienstag,

Karfreitag geschlossen

Eintritt € 4,50 / 3,50 ermäßigt

Termine für öffentliche

Führungen unter

www.hfg-archiv.ulm.de

Studio HfG / HfG-Archiv

Am Hochsträß 8

89081 Ulm

Tel. 0731 / 161 4370

Fax 0731 / 161 4373

Mail hfg-archiv@ulm.de

www.hfg-archiv.ulm.de

Impressum

Kooperationspartner

Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen Studiengang Kommunikationsgestaltung, Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd HfG-Archiv / Ulmer Museum, Ulm

Konzept, Gestaltung und Realisierung

Projektgruppe Tübingen Wintersemester 2014 / 2015 bis Wintersemester 2015 / 2016

Helen Ahner, Anja Braehmer, Antje Buchholz, Frieder Findeisen, Sarah Halter, Sebastian Hennies, Regina Kleißler, Isabella Kölz, Diana Madden, Martin Mäntele, Jessika Meyer, Nicole Müller-Böhm, Sabine Müller-Brem, Kirsten Pick, Alexander Renz, Anne-Jacqueline Schneider, Magdalena Schreiber, Tim Schumacher, Eva Spindler, Margrit Stickel, Thomas Thiemeyer, Fabian Wiedenbruch

Projektgruppe Schwäbisch Gmünd Wintersemester 2015 / 2016

Ausstellungsgestaltung

Laura Beutner, Johannes Binder, Katrin Breitenbücher, Alexander Gensheimer, Marc Guntow, Raphaela Hartung, Ronja Hitschfel, Margarita Klassen, Claudia Klein, Anja Krey, Martin Mäntele, Frank Müller, Dagmar Rinker, Andrea Romanessi, Marius Rother, Yesol Song, Sarah Treier, Moritz Wagner, Marina Weißfelder

Drucksachen und digitale Medien

Anna-Lena Borck, Michelle Dipp, Torsten Dodillet, Jennifer Floris, Nora Friedrich, Vanessa Friesen, Antonia Größchen, Sophia Grote, Lena Heim, Theresa Kardel, Maike Kraus, Johannes Krause, Andreas Langen, Lukas Stühle, Daniel Utz

Projektgruppe Schwäbisch Gmünd Sommersemester 2015

Fabian Bundschuh, Franziska Gleichauf, Dilara Guth, Jonas Heilgeist, Jasmin Hellmann, Anne John, Marina Kintzel, Alisa Kostenko, Joanna Leis, Kerstin Öchsler, Margarethe Prokofiev, Malin Rebke, Melanie Rücker, Ida Schneider